Am 2013-06-05 11:09, schrieb Peter Jaenecke:
> BEZUG: > GESENDET: Dienstag, 04. Juni 2013 um 20:10 Uhr > VON: h0228kdm <[email protected]> > AN: [email protected] > BETREFF: [WISS-ORG] Langfassung: Über die Darstellung einer deduktiven > Wissenschaft als Deduktgeflecht > > Lieber Herr Umstätter, > > ich bezog mich auf Ihre Aussage > >>>> Genau das sehen wir in der Mathematik, in der wir ja immer wieder erstaunt >>>> sind, >>>> dass sich aus ihrer Axiomatik heraus so viele naturwissenschaftlich >>>> beobachtete >>>> Phänomene herleiten lassen. > > Und antwortete: > >>> Aus der Axiomatik der Mathematik heraus lassen sich keine >>> naturwissenschaftlich beobachtete >>> Phänomene herleiten. Letzteres ist möglich durch Gesetze wie K = M x B, und >>> diese folgen >>> nicht aus der Mathematik. > > Mit ‚Letzteres' meinte ich die Herleitung naturwissenschaftlicher Phänomene. > Damit hatte ich eigentlich schon die Antwort auf Ihre Frage nach der > Korrespondenz zwischen realer Welt und mathematischer Darstellung > vorweggenommen. > > DANN MEINEN WIR DOCH DAS SELBE. WO LIEGT DAS MISSVERSTÄNDNIS? > ES GIBT EINE AXIOMATIK IN DER MATHEMATIK, DIE SICH AUF DIE NATURGESETZE > ANWENDEN LÄSST. > >> "Inhaltliche Aspekte gehen nicht ein", schreiben Sie, und das ist der >> Unterschied zwischen >> theoretischer Physik und Mathematik. > > Das ist nur die halbe Wahrheit; bei mir heißt es nämlich: > >> Eine Herleitung erfolgt mit rein syntaktischen Mitteln; inhaltliche Aspekte >> gehen nicht ein, >> so dass spätestens hier alle Aussagen den gleichen Status haben. > > NACH MEINEM VERSTÄNDNIS ENTSPRINGEN DIE SYNTAKTISCHEN MITTEL DER > MATHEMATISCHEN AXIOMATIK, UND DIE INHALTLICHEN ASPEKTE AUS DER BEGRIFFLICHEN > KORRESPONDENZ. INSOFERN KANN ICH REINE MATHEMATIK AUS IHRER AXIOMITIK HERAUS > OHNE INHALTLICHE ASPEKTE BETREIBEN, ABER KEINE NATURWISSENSCHAFT. > > Also bei einer HERLEITUNG gehen keine inhaltlichen Aspekte ein, und in diesem > Punkt gibt es keinen Unterschied zwischen theoretischer Physik und > Mathematik. Entsprechendes gilt schon für ganz einfache Fälle: Wenn man > ausrechnen will, was 18 Flaschen Wein zu 5,35 Euro kosten, so geht doch in > die schriftliche Multiplikation auch nicht ein, dass sich die Zahlen auf Wein > bzw. Euro beziehen. > > ABER ERST DURCH DEN BEGRIFF WEIN WEIß ICH DOCH WOVON SIE SPRECHEN, UND OB ICH > DIESER AUSSAGE ZUSTIMMEN KANN. WENN SIE DAS BEISPIELSWEISE AUF INFORMATION > BEZIEHEN WÜRDEN, MÜSSTE ICH WIDERSPRECHEN, DA 18 BIT NICHT DAS ACHTZEHNFACH > VON EINEM BIT SIND, SONDERN DAS 262144-FACHE. > >> Es ist mir völlig schleierhaft, wie Sie eine Korrespondenz zwischen der >> Realen Welt >> und Ihrem Deduktgeflecht herstellen. > > Siehe oben. Im Übrigen enthält ein Deduktgeflecht die gleichen Gleichungen > wie sie auch in einem Lehrbuch der theoretischen Physik stehen; ich habe ja > zwei Beispiele angegeben. Ich mache also mathematisch nichts anderes, als was > in den Lehrbüchern steht; allerdings bringe ich die Gleichungen in eine > bestimmte Ordnung. Also entweder gibt es diese Korrespondenz schon in der > theoretischen Physik nicht, oder wenn doch, übernehme ich sie einfach von > dort. > > Viele Grüße > Peter Jaenecke
