Moin, nur kurz:
Am 01.06.26 um 22:53 schrieb Dezentral via WLANtalk:
[…] Denke das uns alle hier eint das wir in jedem Fall Netze haben wollen, in denen sich die Teilnehmer untereinander direkt (privat) adressieren können.
Puh, das ist an sich nice, falls 1% der Nutzenden überhaupt ob der Möglichkeit wissen. Das möchte ich für unser Netz jedenfalls mal in Frage stellen.
Das stellt niemand in Frage.
Also ich brauche das nicht. Wenn ich meine 7490 als WLAN-Client ins FF-Netz hängen und dann über mein DECT-Handset nach Hause telefonieren kann, daß hat für mich einen praktischen Nutzen; den Router zwei Hops weiter anpingen zu können ist geil, wenn man technikaffin genug ist, aber, ganz ehrlich, für sich genommen irgendwie auch unnütz.
Was man technisch überlegen muss ist welche öffentlichen IPs für wie lange wie verwendet werden. Hier denke ich, wird man kürzere Nutzungszeiten und ggf. sporadische Wechsel während der Nutzung in Kauf nehmen müssen
Guck, und da werden wir niemals einer Meinung sein. Wir bauen einen Teil des klassischen Internets — just for fun, aber schon mit dem Ziel, das auch »produktiv« nutzen zu können. 100 km² Layer 2 per batman_adv ist zwar in vieler Hinsicht keine gute Idee; aber solange es funktioniert, ..? OLSR war für kleine Mengen an Routen in einem kleinen Netz schon recht geil, aber skalierte eben nicht, genauso wie IIRC das initiale Batman-Protokoll. Von Babel habe ich auch lange nichts mehr gehört? Anyway, warum sollte ein Freifunk-Nutzer (d/m/w) statt einer just-works-Lösung brüchige Krücken wollen mit Sollbruchstellen wie einem AP-Wechsel? Der einzige Dienst, den unsere Nutzer von uns erwarten, ist ein funktionaler Internetzugang.
[…] Ob man jedem Client endlos lange TCP-Verbindungen bieten möchte, müsste man aber auch vielleicht überlegen - irgendwann ist es sicher auch besser wenn sich mal etwas neu verbindet?!
Haben wir, wollen wir. Und nun? Es gibt keine technische Notwendigkeit in unserem Netz, Adressen zu ändern oder Verbindungen zu kappen (okay, Node-Updates ausgenommen, da müßte man gelegentlich rebooten), warum sollten wir den Status Quo verschlimmbessern?
Logiken dafür muss sowieso jede ernstzunehmende Client-Anwendung haben.
"root@remote:~# client_loop: send disconnect: Broken pipe"
Das [Freifunk-Netz] sollte als ergänzende Konfiguration/Technik existieren, nicht als Konkurrenz zu bisherigen zentralen ASen
Wir sehen unser AS klassisch als Teil des Internets und dies als hervorragende Möglichkeit, Techniken des Internets Interessierten nahezubringen. Inwiefern ist denn AS13335 ein Konkurrent von AS680?
[…] ist das doch toll und auch dann weiter möglich, wenn andere vielleicht mit dezentraleren Ansätzen experimentieren.
Hallo? Wer dezentrale Ansätze verfolgen will, soll dies tun, mit meinem und dem Segen des höheren Wesens der Wahl. Was ich fundamental in Frage stelle ist die Sinnhaftigkeit des Unterfangens. Meine Maxime ist ein funktionales und performantes Netz, Deine die der Dezentralität. Alles fein ;-) In 16 Jahren modernen Freifunks (um 2005 hatte ich meine ersten Berührungspunkte mit FFF) ist mir schlicht keine dezentrale Lösung untergekommen, die besser als der zentralistische Ansatz mit batman-adv auf den Gateways gewesen wäre; insofern lege ich mein Augenmerk auf die Aufrechterhaltung jener Komponente, statt sie um (fast?) jeden Preis schlechter ersetzen zu wollen.
Vielleicht kommt irgendwann aber der Tag, an dem sich solche Vereine schwer damit tun ihr Angebot so aufrecht zu erhalten. Wäre es dann nicht toll, wenn es technisch Weiterentwicklungen gäbe die eine Alternative zum schlichten Abschalten darstellen würden?
Nun, ich sag's, wie es ist: lieber kein Netz als ein verkrüppeltes Netz, Punkt. Solange wir nur liefern müssen, was wir haben für die Gestapo-mäßige Datensammlung aka VDS, fein, wir liefern gerne RFC1918-IPs, die zufälligen MAC-Adressen zugewiesen wurden. Mehr haben wir nicht. Ein Berliner Mailanbieter wurde IIRC gerichtlich verpflichtet, sein Netz so umzubauen, daß »nützliche« Daten anfallen. Dem könnten wir aus verschiedenen Gründen nicht folgen und müßten den Freifunk-Teil abschalten; ist dann halt so. Ich fände es übrigens problematisch, falls »seit dem 1. Januar 2000 nach der amtlichen Bundestags-Systematik und ergänzenden BVerfG-Entscheidungen bis zum 2. Juni 2026 etwa 144 Bundesgesetz-Einträge/Normenkomplexe ganz oder teilweise für nichtig oder mit dem Grundgesetz unvereinbar erklärt worden« wären, wie ChatGPT ausweist. »Einmal mit Profis« bekäme eine ganz neue Bedeutung ... MfG, -kai _______________________________________________ WLANtalk mailing list [email protected] Abonnement abbestellen? -> https://lists.freifunk.net/mailman/listinfo/wlantalk-freifunk.net Weitere Infos zu den freifunk.net Mailinglisten und zur An- und Abmeldung unter http://freifunk.net/mailinglisten
