Hi,

vll. ein wenig ab von der ursprünglichen Frage/Ziel, aber
inspiriert von Gesprächen beim Freifunk Festival in Franken
damals (und vll. auch in Gesprächen mit anderen Leuten beim WCW?),
die wohl sowas in Franken in der Art schon gebastelt haben, was ich
auch für die Gluon Firmware spannend fände:

Wenn man hohe Dezentralität möchte, müsste man ja eigentlich ab
von dem corporate-Internet da draußen kommen und mehr Dienste innerhalb
von (und zwischen) Freifunk Netzen nutzen. Das geht ja ansich jetzt
auch schon, auch unabhängig von den Gateways dank IPv6 link-local
und IPv6 ULA Adressen, die die Knoten verteilen. Aber weil
nicht alles per WLAN vermeshed ist, geht's dann idR. doch per
VPN über diese doofen, zentrale(re)n/förderierten Gateways.

Es wäre cool, wenn die VPN Technik etwas mehr P2P machen würde.
Z.B.: Neben dem Gateway VPN noch zu 2-3 anderen Knoten mit Uplink
VPNs aufbauen, ohne dass die zwingend direkt Internet-Exit machen
müssten (was in der Praxis evtl. garnicht soo einfach sein
könnte wg. NAT und Firewalls, aber evtl. ginge da was mit ICE/STUN/UPnP?).
Sodass auch alle über extra hops sich gegenseitig erreichen
könnte, ohne zentrale Gateways nutzen zu müssen.

Man könnte die ersten P2P VPN Knoten der Einfachheit halber zufällig
auswählen. Und dann später noch detektieren/implementieren, dass man
on-demand bei entsprechendem Traffic noch direkte VPNs zu Knoten aufbaut,
zu denen man eigentlich Pakete hinschicken will, um die Anzahl an
Hops dahin zu verkürzen. (Evtl. könnte man auch ein stateless VPN
Protokoll entwickeln, die keinen expliziten Verbindungsaufbau, inklusive
Handshake etc. benötigt?)

Gruß, Linus


On Sun, May 31, 2026 at 07:35:56PM +0200, Dezentral via WLANtalk wrote:
> Hallo
> mir erscheint es angebracht, mal wieder über Möglichkeiten für verstärkt
> dezentrale & resiliente Freifunk-Netze nachzudenken.
> Insbesondere eine Abhängigkeit von zentraler Infrastruktur für die
> Internet-Verbindung bei vielen Communities erscheinen mir zunehmend
> kritisch.
> Vielen routen letztlich nurnoch über eine solche zentrale Infrastruktur in
> Richtung Internet (via eigenem AS oder Backbone-Verbund).
> 
> Die zunehmende Verbreitung von Glasfaser mit guten Uploads, IPv6, Multicast
> und Router mit zunehmender Performance für z.B. Wireguard-Tunnel direkt
> zwischen Knoten aufzubauen (z.B. wo Richtfunk nicht möglich sein sollte)
> böten IMO mittlerweile technische Möglichkeiten eine völlig dezentrale
> Komponente entweder ergänzend oder gar notfalls ersetzend zu ermöglichen.
> Nun ist Technik aber das eine, ob Menschen etwas aber auch wollen ist oft
> nochmal etwas anderes.
> 
> Daher wollte ich mal in diese Runde nach (möglichst vielen) Stimmen fragen:
> 
> 1. Wärt Ihr (als Freifunk-Ethusiasten) bereit auch User-Traffic anderer
> Knoten über Eure (persönliche) Anschlüsse auszuleiten?
> a) Ja, völlig uneingeschränkt & Domänen-/Hood-/Community-übergreifend
> b) Ja, uneingeschränkt aus meiner Domäne/Community/Hood..
> c) Ja, aber nur unter Nutzung eines (privaten) VPN-Accounts zur Ausleitung
> d) Ja, wenn im Gegenzug der Usertraffic meiner Knoten auch durch andere
> ausgeleitet werden könnte
> e) Ja, mit folgenden Einschränkungen: (bitte kommentieren)
> f) Nein (aber über Server in einem Rechenzentrum ließe sich reden)
> g) Nein, auf keinen Fall!
> 
> 2. Mit welchem Anteil Eurer verfügbaren (Upload-)Bandbreite?
> a) Soviel wie gerade frei ist!
> b) 50-80%
> c) 20-40%
> d) wenige Mbits (für eine Mindest-Connectivty, es muss nicht performant
> sein)
> 
> 3. Wären Euch weitere Aspekte wichtig?
> Etwa, das dezentrale Exits einen Co-Signierten PGP-Key von z.B. von
> Firmwäre-Bäckern vertrautem Set an PGP-Keys vorweisen können müssen, bevor
> ein Knoten ihn als vertrauenswürdigen Router ins Internet betrachtet oder
> das die Verwendungsdauer eines bestimmten Peers zeitlich begrenzt wird (z.B.
> Wechsel nach 24 Stunden).
> 
> 
> 4. Wärt Ihr persönlich bereit in einer experimentellen Phase von
> alternativen Ansätzen mitzuwirken? Ich..
> a) würde gerne mitentwickeln!
> b) würde gerne mittesten!
> c) wäre gerne bei Diskussionsrunden/Workshops zu solchen Ansätzen dabei!
> 
> Würde mich wirklich riesig über möglichst vielfältige Stimmen zu dem oben
> genannten freuen (oder auch die Benennung möglicher sozialer oder
> technischer Hindernisse)! Ausdrücklich auch dann, wenn wir uns schon
> ausgetauscht haben sollten.
> 
> Genießt Euer Restwochenende
> ~Dezentral
> 
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