Thomas Stadler schrieb:

> Am 1 Oct 2002, um 14:00 hat Thomas Riedel geschrieben:
>
> >
> > Und die Gesellschaftsordnung ist hier sehr klar, denn laut GG wirken
> > die Parteien an der politischen Willensbildung mit. Tun sie das durch
> > Direktmarketing? Nat�rlich.
>
> Dennoch sagte das BVerfG erst juengst, dass fuer
> Briefkastenwerbung politischer Parteien keine Besonderheiten
> gegenueber sonstiger Werbung gilt. Das trifft auf Wahlwerbung per
> SMS, E-Mail oder Fax gleichermassen zu.

Herr Stadtler: kannten Sie den Unterschied zwischen spam (Werbung nach dem
Schrotflintenprinzip) und gezielter Direktwerbung (Werbung mit
Pr�zisionswaffen)? Nein? Hoffentlich haben Sie ihn jetzt verstanden.

>
>
> Ist eine solche Mitwirkung an der
> > politischen Willensbildung erforderlich? Angesichts des Schadens, den
> > Schr�der angestellt hat und noch anstellen wird: leider.
>
> Das dreht sich doch im Kreis. Einseitige parteipolitische Ansichten
> sollen als Begruendung fuer einen Rechtseingriff herhalten und das
> alles unter dem Deckmaentelchen der politischen Willensbildung.

Daran ist  nichts parteipolitisch. Vgl. etwa aktuelle Newsweek ("It's the
economy, dummkopf"). Ich wei� nicht, ob die liberale (was in Amerika
gerade nicht neoliberal, sondern linksliberal hei�t) Newsweek von der CDU
ferngesteuert wird. Ich bin auch kein Trotzkist, aber bei Lionel Jospin
gebe ich meinen Respekt offen zu. Wenn Schr�der irgendetwas
�berdurchschnittliches h�tte, w�rde ich es zugeben. Sein Job ist ihm 3
Nummern zu gro�. Er kann es nicht. Ich habe im �brigen nichts gegen die
SPD oder die Leute, die sie w�hlen. Aber die Demokratie lebt nun einmal
auch von einsamen Rufern in der W�ste wie mir. Und mir scheinen
�berforderte Kanzler und zynische "Linke" wie Lafontaine (am letzten
Samstag im "Gr�nen Salon":"Die meisten Menschen haben nun einmal einen
Arbeitsplatz und glauben, er sei sicher. Die Arbeitslosen sind da nicht
wichtig." - "Ist das nicht sehr zynisch?" - "Nein, die Menschen sind eben
so.") kritikw�rdig zu sein.

>
>
> Widerspricht
> > es dem Menschenbild, einzelnen Menschen eine verantwortliche
> > politische Entscheidung zu erm�glichen? Wohl kaum.
>
> Welchem Menschenbild? Niemand, der sich ernsthaft eine Meinung
> bilden will, benoetigt dazu eine Zwangsbeglueckung mit
> Wahlkampfparolen.

Die Idee vom gezielten Direktmarketing (wieder den Unterschied beachten!)
ist ja gerade, die zu begl�cken, die es mit hoher Wahrscheinlichkeit als
Begl�ckung empfinden werden. Ihnen w�rde ich keine CDU- oder
CSU-Kontaktaufnahme ansinnen. Sie haben das Grundprinzip nicht verstanden.

Pf�atdi,

Thomas Riedel

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