Hi,
Jörg Schmidt schrieb:
Ich kenne Feodora nicht, sehe aber keinerlei Zusammenhang zu OOo - hier
ist das Henne-Ei-Prolem sehr genau abgegrenzt:
der Code stammte von SUN, das diesen unter OpenSource-Lizenz stellte,
alle Erweiterungen seit diesem Zeitpunkt resultieren wieder maßgeblich
von Sun. Weder Du noch ich dürften auch nur 5 Entwickler benennen
können, bei denen es sich um Nichtangestellte von Sun (ggf.
SUSE;Novell,IBM,...) handelt und die /nennenwerte/ Beiträge zum Code
geleistet haben.
Genau hier wird es aus meiner Sicht für die Aussagen im Pressekit
gefährlich. Es is durchaus richtig, dass die Programmierarbeit zum
Großteil von Firmen getragen wird, aber:
- Programmieren ist nicht alles, was zur Produktentwicklung gehört. Da
gehört auch Lokalisierung, Releaseengineering, Qualitätssicherung,
Dokumentation, Spezifikation, Anwendersupport und vieles mehr dazu. In
diesen Bereichen haben Freiwillige einen sehr hohen Anteil an der
geleisteten Arbeit. Diesen Punkt sollten wir im Pressekit
berücksichtigen, denn das ins "Projektmarketing"
- was sind "nennenswerte Beiträge"? Sprichst du von reinen Mengen? Dann
hast du natürlich Recht, dass der Großteil am Code von Sun sammt, Sun
erstellt weiterhin den Großteil an neuem Code, andere Firmen bringen
sich ein. Trotzdem sollten auch kleine Beiträge ernst genommen werden
und durchaus benannt werden, denn auch das ist Projektmarkting. Für die
meisten Freiwilligen ist die Anerkennung ihrer Arbeit der einzige Lohn.
- einige freiwillige Entwickler mit nennenswerten Codebeiträgen (die mir
gerade einfallen)
das Mac Porting Team, welches ein Aqua-natives OOo auf dem Mac überhaupt
erst ermöglicht hat (sorry, hier kenne ich nicht alle Namen der
Code-Entwickler, mindestens drei fallen mir ein, das sind aber nicht alle)
Giuseppe Castagno, dem nahezu alle Verbesserungen am PDF-Export
zuzuschreiben sind, die nach dem Erscheinen der 2.0 erfolgt sind
Jan Holesovsky, der als Freiwilliger daran gearbeitet hat, OOo (1.1) mit
KDE / QT widgets darstellen zu können (erst dananch wurde er von Novell
angestellt)
Maximilian Odendahl, der die Programmierung der neuen Notizen in OOo 3.0
übernommen hat (und der auch sonst gerne mit dem Code spielt)
László Németh der die Hunspell Rechtschreib-Engine entwickelt hat, die
gerade für uns entscheidende Verbesserungen (zusammengesetzte Wörter)
gebracht hat.
Um Mal den Bogen zum Pressekit wieder zu bekommen:
Es ist durchaus eine Besonderheit des OpenOffice.org-Projektes, dass
hier mehrere große Firmen Code beisteuern, gleichzeitig aber eine große
Gemeinschaft von Freiwilligen sich am Entwicklungsprozss beteiligt und
auch verstärkt direkt an der Programmierung mitwirkt Aus dieser
Kombination ergibt sich zum einen eine Stabilität dr Entwicklung (große
Firmen mit festangestellten Mitarbeitern) aber auch Flexibilität und
Ideenreichtum (die Freiwilligen .. wobei wir gerade diese Beiden Punkte
durchaus noch steigern könnten :) )
Mir sind ehrlich keine Projekte bekannt, in denen es eine ähnliche
Kombination gibt (evtl. Eclipse, zum Teil die "halbkommerziellen"
Linuxdistributionen, wobei da weniger Programmierung betrieben wid).
André
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