Hallo David,

 David Paenson schrieb:
> da muss ich dir widersprechen. OOo ist einfach 1000x besser 
> als MS Word.

Ich erinnere mich nicht Gegenteiliges geschrieben zu haben.

Auch glaube ich nicht das man das so ganz pauschal beurteilen kann, wenn ichs 
aber
doch tue komme ich zu der Erkenntnis das, nach Querelen von MS Office 2000 etc.,
spätestens mit MS Office 2010 ein sehr gleichwertiger Konkurrent zu OOo im Ring
steht, denn in allen Punkten wo OOo früher überlegen war (insbesondere in Fragen
der Stabilität und Bedienung bei größeren Dokumenten) hat MSO 2010 
aufgeschlossen.

> Der Punkt ist doch, dass diese Funktion (Korrekturmodus) über 
> viele Jahre
> hinweg absolut zuverlässig funktioniert hat, so dass man 
> schließlich sich
> darauf verlässt. Ist doch logisch, oder? Und dann nach einem 
> Update  auf LO
> vermasselt mir das Programm meinen Text - schlimmer noch, löscht ganze
> Passagen!
> 
> Als Programmierer würde ich nicht dazu sagen: "Pech für dich, 
> das ist doch
> freie Software, und wir übernehmen keine Verantwortung. 
> Hättest du wissen
> sollen." 

Als Entwickler würde ich das auch nicht unbedingt sagen, nur wäre ich als 
Anwender
auch nicht so naiv zu glauben das Entwicklern automatisch um meine Bedürfnisse
gehen muß.

> Ich meine, für wen schreibt man solche tolle 
> Software? Oder für
> was? Doch nicht für Menschen, die nichts besseres zu tun 
> haben, als neue
> Bugs anzumelden.

Genau das ist aber eben die Frage. Falls Du glaubst Entwickler freier Software
schrieben _automatisch_ Software mit Blick auf Deine Interessen als Nutzer, bist
Du etwas schlecht informiert.

Im Spektrum der Ziele von Entwicklern freier Software ist in der Realität die
gesamte Bandbreite vertreten von: 'ich schreibe Software für meine Zwecke,
Interessen Dritter spielen keine Rolle' bis hin zur Auffassung: 'der Anwender
steht im Mittelpunkt'. 

Du wirst beispielswise bei der Linux-Community Entwickler finden die dir klipp 
und
klar sagen das es ihnen schlichtweg egal ist ob Dritte Linux benutzen oder wie
deren Ansprüche sind, sondern das er ihr Ziel ist Linux für sich selbst und für
Gleichgesinnte zu verbessern und man z.B. auch garkeine besonderen Wert darauf
legt ob das der weiteren Marktverbreitung von Linux nutzt oder nicht.

Diese Position mag Dir merkwürdig oder sogar falsch vorkommen, auch ist es nicht
die meinige Position (denn ich lege Wert darauf das sich OSS am Markt 
verbreitet),
gleichwohl ist es das gute Recvht der Entwickler so zu denken und es ist auch, 
in
gewisser Hinsicht, eine höchst konsequente Position.

> Unter Apache gehe ich sehr davon aus, dass mit der gewohnten 
> Sorgfalt mit
> neuen Releases umgegangen wird. 

Und warum? Aufgrund eines 'Gefühls'?

Was ist es für eine Position zu glauben das wenn Du von einem Projekt (LO)
enttäuscht bist deswegen nun automatisch ein anderes Projekt (AOO) besser wäre.
Ja, das _kann_ sein, nur das muß nicht sein und Deine Argumentation ist keine
Inhaltliche sondern nur ein persönliches Gefühl.


Ich bin leider ziemlich sicher das mich obige Aussagen Deine Sympathie kosten,
aber das muß ich in Kauf nehmen.
Was mich betrübt ist jedoch die zunehmende Erkenntnis das normal zu sein scheint
in 'Schubladen' zu denken und auch in der OSS-Community kein Platz ist für
Zwischentöne, sondern auch hier gilt das kritsches Denken unerwünscht ist und 
das
nachdenkliche Mitstreiter eher als Gegner denn als Unterstützer gesehen werden.



Gruß
Jörg


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