Am Samstag, 15. Dezember 2007 13:30 schrieb Michael Bischof:
> > Michael Bischof schrieb:
> >
> > Nebenbei sind diese Blacklists üblicherweise kategorisiert, so
> > daß man Kategorien gezielt sperren kann.
> >
> >>"Darüber hinaus soll sie so
> >> umfangreich sein, dass Kinder erst gar nicht die Grenzen des
> >> Surfraums spüren." Eine eigene Redaktion betreut die
> >> Kindersuchmaschine. Das Team aus Medienpädagogen pflegt,
> >> erweitert und prüft jede neue Seite.
> >
> > Das macht mich dann wieder überhaupt nicht an. 100.000 Domains
> > (nehme ich mal wohlwollend an) sind im Internet ja wirklich
> > _nichts_. Und den Forscherdrang so weit zu bremsen, daß alles
> > gesperrt ist, was nicht vorher gesichtet und freigeschaltet wurde,
> > geht mir zu weit.
>
> Ich stimme Dir da zu. Aber: meine persönliche Meinung zählt hier
> nicht, weil nicht umsetzbar, nicht prophylaktisch. Es geht also
> darum, welche Ware, die man weder will noch für irgendwie gut hält,
> zu kaufen wäre.
> Dieses Angebot ist für lau zu haben. Die tägliche Arbeit machen
> Andere (Pflegen der White List). Eine Black List ist doch eh das
> Gleiche in Schwarz.
>
> > Inwieweit
> > eine unter Beteiligung staatlicher Stellen betriebene Seite
> > Rücksicht auf die Meinungsvielfalt im "sicheren Surfraum" nimmt,
> > darf man sich ebenfalls fragen.
>
> Ok, aber wenn das Redakteure sind glaube ich nicht, dass die sich
> trauen würden politisch zu zensieren - auf jeden Fall nicht mehr,
> wenn nur 1 Hinweise kommt.
>
> > Als Browserstartseite ist sowas aber sicher eine nette Sache.
>
> Denke ich auch. Und unter Windows sollte das mit einem Klacks zu
> machen sein (~ keine große Zusatzarbeit).

Jetzt mehr dazu - ich hatte wieder eine Nase für ein ,,heißes Thema''.
Über fragFINN hatte ich mich weiter informiert. Es ist ja, wie auf deren 
Webseite zu sehen ist, eine öffentlich geförderte Sache. Aber sie geht 
bisher nur mit dem Internet Explorer, also nicht mal 
plattformunabhängig, mit Minderheitensoftware. 
Also schrieb ich an das Projekt:

,,Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Freund hat mich auf Ihr Projekt aufmerksam gemacht. Es macht einen 
guten Eindruck, wozu ich Ihnen gratulieren möchte! 

Bevor ich es in der Schule empfehle (ich bin Klassenlehrer in der 5. 
Klasse eines Gymnasiums) aber muß ich einen Punkt klären:
Ihre Projektsoftware ist offenbar nicht plattformunabhängig, obwohl Sie 
doch mit öffentlichen Mitteln, wenigstens teilweise, erarbeitet worden 
ist. Wie kann das sein? Wann werden Sie es plattformunabhängig 
anbieten?

Mit freundlichem Gruß...''

Kurze Zeit später kam die Antwort: 
,,
Sehr geehrter Herr Bischof,

Vielen dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse an fragFINN.

Es ist richtig, dass unser Projekt bzw. die zum Download angebotene 
Toolbar zunächst nur mit dem Internet Explorer, also Microsoft, 
kompatibel ist. Wie Sie auch bei unseren informationen zur Initiative 
nachlesen können, arbeiten wir daran, möglichst zügig auch eine Version 
für Firefox anbieten zu können. 

Dann möchte ich gern noch etwas richtig stellen, was uns häufiger 
gefragt wird, da es in den Medien oft unrichtig kommuniziert wird. Das 
Projekt fragFINN und damit der sichere Surfraum ist eine Säule der 
Initiative "Ein Netz für Kinder" und wurde ausschließlich durch 
Unternehmen, also von wirtschaftlicher Seite, finanziert. Darin 
befinden sich keinerlei öffentliche Gelder. Der Bund finanziert 
wiederum die andere Säule der Initiative, nämlich die Förderung von 
Internetangebote für Kinder, um die qualitative Vielfalt kindgerechter 
Seiten zu unterstützen.

Sollten Sie noch weitere Fragen oder Anmerkungen haben, kontaktieren Sie 
uns gern.

Weihnachtliche Grüße

*Sachbearbeiter*''

Das konnte ich so nicht stehen lassen:
,,Sehr geeehrter *Sachbearbeiter*

herzlichen Dank für die prompte und ausführliche Antwort! Dann warte ich 
eben noch ein wenig bis es bei Ihnen soweit ist. Schließlich kann ich 
Software, die nicht plattformunabhängig ist, in einer öffentlichen 
Einrichtung weder verwenden noch empfehlen.
Was den falschen Eindruck angeht möchte ich Sie Alle bitten einmal
selbstkritisch sich Ihre Webseite ansehen zu wollen. Das sieht doch 
stark nach ,,Öffentlich-Privat-Partnerschaft'' aus - und dann wären 
öffentliche Mittel beteiligt, mit der von mir erwähnten Konsequenz.

Mit freundlichem Gruß,

Michael Bischof''
 
Durch eine Anfrage der Partei ,,Die Linke'' kam fragFINN richtig ins 
Gerede:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/100850

Da solle man sich unbedingt (!) die Forumsdiskussionen ansehen:
da kam raus, dass fragFINN auf Werbung verlinkt, sogar auf 
www.hausaufgaben.de, wo Kinder abgezockt werden. 

Tja,  es ist meist erst dann spannend wenn man in die Details geht.

Gruß,

Michael Bischof 
 

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