Zitat von Alexandra Reill <[EMAIL PROTECTED]>:

> 
> > nicht jede einrichtung kann und will sich ausschliesslich 
> > kundenspezifisch orientieren.   einrichtungen, die wissenschafts-oder 
> > kunstorientiert sind, lassen sich ( besonders unter dem, von allen 
> > befürworteten dogma des freien zugangs zu kultur, kunst und 
> > wissenschaft) _nicht_ ohne förderungen durchziehen. (eigentlich eine 
> > binsenweisheit)
> >   
> das ist ein sehr wichtiges Argument, das in der aktuellen Diskussion, ob 
> Einrichtungen via kommunalen Beschlüssen gefördert werden sollen bzw. 
> dass gerade bei Einrichtungen der kommunale Beschluss besonders gut 
> funktioniere, nahezu untergegangen ist, im Vergleich gab es dazu, von 
> dem, was ich rezipieren konnte, nur von Thurner a) das Argument 
> Nachhaltigkeit, die für Einrichtungen (oder, ich revidiere mich ab 
> sofort, da ja von Einrichtungsförderung sowieso in keinster Weise zu 
> sprechen ist, und nenne dieses Segment ab sofort 
> Mini-Infrastrukturförderung) ...

sehe dies ebenso

kann nur meinen Vorschlag vom letzten Arbeitstreffen nochmal wiederholen, weil
ich denke es ist wichtig zur
Entspannung der Situation und vielen den Druck zu nehmen der immer wieder dazu
führt, dass es zu einem nicht gewollten Wettbewerb führt und damit auch zur
Eskalation.

Einrichtungen nennen wir sie mal "entity" die entweder eine gewisse Grösse,
eine
gewisse Wichtigkeit innerhalb der Netzcommunity u. Netzkultur die man als
Infrastrukturprovider sehen kann. Ohne diese "Spielflächen" könnten manche
Vorträge oder Veranstaltungen nicht so ohne weiteres statt finden.

Was wäre ein Theaterproduktion, wenn sich Künstler genauer SchauspielerInnen,
Autoren sich mit Fragen von Infrastruktur u. deren Finanzierung lösen muss. Man
muss Netzkunst u. Netzkultur klar von Infrastruktur trennen. Will man das eine
haben muss das andere geben um Neues entstehen zu lassen. Mit der Zeit wächst
die Community, der Bedarf u. damit auch die finanziellen Mitteln. Wir haben
hier lebende Künstlerlinnen u. Kulturen. Ein Mozart hat vom Mozartjahr nur
wenig. Aber die Stadtväter sonnen sich gerne mit diesem "Kunstzweig" bei
Pressekonferenzen. Erkennen wir unsere "Genies" zu Lebzeiten u. ermöglichen wir
ihnen eine lebendige Szene wo sich dieses Genre frei entfalten kann.

Beklagen wir nicht immer, dass die grossen Blockbuster der Filmindustrie immer
aus Hollywood kommen müssen. Wir haben in diesem Land viele kreative Menschen
die es gilt im Land zu halten u. damit auch eine Wertschöpfung der Gesellschaft
zu ermöglichen. Österreich hatte einmal eine intakte Filmindustrie. Was ist
heute davon übrig geblieben? Mit dem Netzkunst- u. netzkulturbudget ist
erstmalig etwas innovatives möglich geworden, wenn man die Ursachen für die
Reibungsverluste intelligent lösen kann.

Es ist eine Wertschätzung und ein wichtig integraler Bestandteil auf vorhandene
Infrastruktur zurück zu greiffen ohne jedesmal von neuem danach zu suchen oder
das Rad neu erfinden.

Solche "entities" zb. Metalab, QDK, uvm. die von sich aus ihr Überleben derzeit
zu einem gewissen Teil aus dem netznetz-Topf sichern müssen, weil es keine
anderen Alternativen gibt oder ergeben haben bis jetzt.

Diese sollte man gesondert einer Basisförderung mittels Gemeinderatsbeschluss
als wichtiger Bestandteil der Community sicher und aus dem Netznetz-Budget
damit komplett ausklammern.
Wer in eine solche Basisförderung kommen soll. Soll aber von der Community
selbst bestimmt werden u. jährlich evaluiert werden.

Dh. es könnte so laufen, dass beim nächsten netznetz-Treffen sich solche
"entities" um eine Basisförderung bewerben und dann in einem eigenen Wahlgang
dafür entsprechend sich den Zuspruch von der Community holen müssen.

Eine Kalkulation bei der Einreichung dieser Einrichtung sollte offenlegen wie
hoch die Mindestkosten sind um zu überlegen.

Ein Vergleich dazu wäre, dass man im Mittelalter Strassen bauen musste um
Händlern die in die Stadt wollten um eine Nahversorgung zu garantieren auch die
Stadtväter diese bauen u. finanzieren mussten. Es kann also keinen Handel geben
ohne Infrastruktur u. das hat bis heute Gültigkeit.

Ohne Breitband für alle kanns keinen Mehrwert geben sondern nur einige wenige
werden diese Technologie nutzen können.

Die "entities" kann man mit Museen oder Veranstaltungszentren vergleichen. Rund
um den 1. Bezirk stehen viele dieser Museen und kosten ein mehrfaches als das
netznetz-Budget ausmacht.

Warum sollte man immer nur "tote Künstler" fördern als viele ungehobene Schätze
aus unserer Netzkunst u. Kultur zu unterstützen u. vor den Vorhang zu hieven.

Es nützt uns nichts, wenn wir in 10 oder 20 Jahren drauf kommen. Hey 2007 da
waren echt geniale Menschen am Werk. Nur leider sind manche nicht mehr unter
uns.

Durch das Ausklammern wichtiger Einrichtungen aus dem Netznetz-Budget kann
wieder vermehrt auf Inhalte von Netzkunst u. Kultur gerichtet werden u. es kann
sich gegenseitig befruchten.
Bandbusproblematik wird dies vermutlich auch nicht lösen. Aber viel Druck wird
damit genommen damit einerseits die Einrichtungen überleben können u. sich
damit nicht gegenseitig kanibalisieren müssen. Es müsste genug für andere übrig
bleiben die bis jetzt zu kurz oder ganz auf der Strecke geblieben sind.

Wichtig finde ich auch die kritischen Stimmen stärker in solche Prozesse
einzubeziehen um eine intakte Selbstreflektion zu ermöglichen.

Kann daher die Worte von meiner Vorrednerin nur bestärken u. dafür werben sich
über die Ursachen im Klaren werden warum es soviele Befindlichkeiten und
Reibungsverluste innerhalb am Fortschritt von netznetz gibt.

So lange man diesen Ursachen nicht den Wind aus den Segeln nimmt. So lange wird
sich auch hier nicht viel ändern. Dieser Grundsatz ist mit sicherheit auch den
politischen Verantwortlichen zu veranschaulichen, denn die können ja nur ein
Interesse haben, dass dieses "Baby" gehen lernt u. endlich aus den
Kinderschuhen kippt.

lg.m.

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