Am 13.12.2007 um 14:51 schrieb FER:

At 00:19 12.12.07 +0100, Stefan Lutschinger wrote:
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Getreu der Marxschen These, wonach alle Ökonomie in Zeit mündet, steht für Marx das zeitökonomische "Theorem der reellen Subsumtion" im Gegensatz zur Marktökonomie.
>

hi an eine noch an netznet interessierte oeffentlichkeit -

um die aktuellen gesellschaftlichen umstaende tatsaechlich analysieren und verstehen zu koennen, braucht es ein hinreichend kohaerentes theoriedesign. als sogenannter nicht-trivialer linker verrate ich gleichmal, dass bei aller wertschaetzung von Karl Marx, historisch gesehen, mit einer wie immer gearteten wiederbelebung der ´muskuloesen metaphysik des materialismus´ heute nichts mehr zu holen/zu verstehen ist. (vielleicht schafft es Lutschinger lesemaessig doch noch im naechstenn jahr wenigstens bis ins 20.jahrhundert zu kommen.)

Hola,

vor 2 Wochen haben wir hierlists verwundert feststellen müssen, dass DU - als "Intellektueller" (Rakuschan über Rakuschan) - lesemässig noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen bist, denn keiner der aktuell in linken Zirkeln aller Länder intensiv rezipierten Theoretiker, etwa

http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Negri
http://de.wikipedia.org/wiki/Giorgio_Agamben
http://de.wikipedia.org/wiki/John_Holloway

ist dir hinreichend genug bekannt, um aktuell diskutierte nicht- triviale linke Theoriewerkzeuge zu analysieren, bewerten, vergleichen und darzustellen.

Schlimmer noch, dass du Marx'sche Orthodoxie mit der neomarxistischen Lesart des "Kapitals" durch Alfred Sohn-Rethel verwechselst, auf die ich mich explizit in diesem letzten Mail bezogen habe und die derzeit im Kontext des Prekariats-Diskurses erneut einen immens starken Rezeptionsschub erlebt - aber sinnerfassendes Lesen soll ja der aktuellen PISA-Studie zufolge in Österreich ein weit verbreitetes Manko sein.

Na, vielleicht sehen wir uns ja Sa abends im EKH bei der Movimento- Soliparty, da wird sich die linke Avantgarde der Kritik vermutlich eine hitzige Nachbesprechung des Gramsci-Symposiums liefern:

http://www.gramsci.at/

Wenn du also denkst, du bist für eine linke politische Debatte in dieser Gewichtsklasse gewappnet, öl deine Knarre und zeig mir was du drauf hast - ich werde schon mal Dompfarrer Krejcik beauftragen, dir eine Messe zu lesen.

Ciao,
Stefan


„Die Außenwelt, die allgemeinen Verhältnisse zu verändern, heißt sich (...) selbst zu entwickeln“

(Antonio Gramsci)

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