kurzer nachtrag zu
Probleme der Selbstverwaltung aus Sicht der ökonomischen Theorie
am Beispiel des Wiener Fördermodells für Netzkultur (netznetz)
Es diskutieren:
Wolfgang Höchtl, Universität Innsbruck
Manfred Holler, Universität Hamburg
Moderation:
Monika Mokre, FOKUS
Zeit: Dienstag, 11.12., 18 Uhr
Ort: Seminarraum des IKM, Karlsplatz 2
nicht zuletzt aber auch kulturpolitik erfordet sensiblen umgang und
entsprechend spezifisches wissen. aber wien ist anders. waehrend in fast
allen bereichen moegliche social-designs und ihre folgen vor dem start
´durchgespielt´ werden - kurz: gaming (spieltheorie) - haben sich eine
handvoll bescheuerter (die namen sind laengst bekannt -
die autoren des papiers von 2004) mit ebenso beschraenkten und zudem
fahrlaessigen personen aus politik und verwaltung zusammengeredet und
beschlossen, man werde mittels einem digitalen (mir san digital!)
´community-game´ ein fuer alle gerechtes subvention-
verteilungssystem finden.
das einzig innovative daran: eine stadtregierung erfindet sich ihre
´digitale kultur´ selbst: netznetz.net.
der befund aus der sicht der spieltheorie war einhellig.
Wolfgang Höchtl, Universität Innsbruck
Manfred Holler, Universität Hamburg
vertreten die ansicht: die ganze netznetsache zeugt von hoher inkompetenz
der politik.
womit mein slogan re-aktualisiert wurde. FICKT........
cheers,
fer
Probleme der Selbstverwaltung aus Sicht der ökonomischen Theorie
am Beispiel des Wiener Fördermodells für Netzkultur (netznetz)
Es diskutieren:
Wolfgang Höchtl, Universität Innsbruck
Manfred Holler, Universität Hamburg
Moderation:
Monika Mokre, FOKUS
Zeit: Dienstag, 11.12., 18 Uhr
Ort: Seminarraum des IKM, Karlsplatz 2
Seit 2004 ist in Wien ein heftig umstrittenes Fördermodell für Netzkultur
implementiert (netznetz), im Rahmen dessen die potenziellen
FörderwerberInnen Projektförderungen per Wahlverfahren selbst vergeben.
Jenseits der diversen persönlichen Konflikte, die sich im Laufe der letzten
drei Jahre ergeben haben, wollen wir grundlegende spieltheoretische
Probleme eines solchen Modells diskutieren.
Die Ausgangssituation ist dabei folgende:
Eine Gruppe von AkteurInnen soll eine kollektive Entscheidung über die
Zuteilung von Ressourcen auf Projekte fällen, von denen mehr als eines,
aber nicht alle implementiert werden können. Die Mitglieder der Gruppe
haben unterschiedliche Präferenzen über die Projekte, so dass ein
Verteilungskonflikt in der kollektiven Entscheidung auszutragen ist.
Aus der ökonomischen Theorie wissen wir einerseits, dass alle
demokratischen Entscheidungsmechanismen gewissen Limitationen unterliegen
und auch möglicherweise sozial ineffizientes strategisches Verhalten der
TeilnehmerInnen lässt sich nicht verhindern. Es folgt daraus, dass
unterschiedliche Abstimmungsregeln zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Dazu gibt es eine umfangreiche theoretische Literatur; die konkreten
Ergebnisse hängen aber immer auch von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab.
Anita Gantner und Wolfgang Höchtl von der Universität Innsbruck haben die
Situation bei netznetz in einem Laborinstrument nachgestellt. Die
Ergebnisse des Experiments werden von Wolfgang Höchtl präsentiert und von
Manfred Holler kommentiert.
Wolfgang Höchtl ist Assistent am Institut für Wirtschaftstheorie der
Universität Innsbruck, Hauptforschungsgebiete angewandte Spieltheorie und
experimentelle Ökonomik.
Manfred Holler ist Professor am Institute of SocioEconomics der Universität
Hamburg und beschäftigt sich u.a. mit Mikroökonomie, angewandter
Spieltheorie und Kulturökonomie. Zahlreiche Publikationen, u.a. Einführung
in die Spieltheorie (gemeinsam mit Gerhard Illing, sechs Auflagen seit
2001), Spieltheorie für Manager. Handbuch für Strategen" (gemeinsam mit
Barbara Klose-Ullmann, zwei Auflagen seit 2005) und Herausgabe der
Zeitschrift homo oeconomicus.
Monika Mokre ist Vorsitzende von FOKUS, der Forschungsgesellschaft für
kulturökonomische und kulturpolitische Studien, und stellvertretende
Direktorin des Instituts für europäische Integrationsforschung der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Sie hat das netznetz-Modell
seit seiner Entstehung beobachtet und immer wieder kritisch kommentiert.
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