FER schrieb:
>> medienkunst ist die kunstform, die zu ihrer ausbreitung KEIN medium
>> benötigt.
>
> hhmmmm - werter Christoph, hi - wie sollte letzteres gehen?
>
> alles, was ist, stellt sich uns als medium/form- relation dar. ein 
> ausserhalb davon gibt es nicht.
hi fer,

die geburtsstunde der medienkunst liegt weniger in der erfindung der 
fotografie sondern mehr bei malevitsch schwarzem quadrat oder duchamps 
urinal.
ich habe beide kunstwerke gesehen, und ich kann dir versichern, sie sind 
völlig unspektakulär - dazu kommt, dass das urinal gar nicht mehr im 
original existiert, sondern nur noch  remakes (10 stück wurden auf 
vorrat angefertigt incl. der (gefälschten?) signatur des künstlers: r. 
murr, was wiederum duchamps pseudonym war).
und was das schwarze quadrat betrifft: so etwas kann jeder anfänger malen.
das medium farbe kann es also nicht sein, was malevichs  bild 
spektakulär macht.
 in welchem medium hat sich dann das bild schwarzes quadrat 
ausgebreitet? - ja, in den zeitschriften, diskussionszirkeln, 
netznetz-listen, fernsehen, radio auch - aber: benötigt das 
medienkunstwerk "schwarzes quadrat" ein medium? ich glaube nicht.
fest steht zumindest: geniessen kannst du es am besten, wenn du nur 
daran denkst, also, wenn du es NICHT siehst.

viel vergnügen bei den dj-vj-bastlern in berlin

christoph
 - wechselstrom -






>
> uebrigen, gegen den beitrag von Stefan Heidenreich hab ich nichts 
> einzuwenden. und spaetestens seit dem internethype 1994 habe ich auch 
> publizistisch die meinung vertreten, dass der begriff ´medienkunst´ 
> als vormals kampfbegriff in abgrenzung zu so genannten 
> posthistorischen positionen in der kunst nichts mehr hergibt.
>
> und wenn wir uns das ganze als bewegung ansehen, dann war kein ismus 
> in der
> modernen kunst zuvor so schnell erfolgreich wie - die medienkunst.
>
> medienkunst ist laengst in eine heute umfassende digitale kultur 
> diffundiert.
>
> so wie aber heute museen immer attraktiver werden, wird es noch lange 
> spass bei den medienkunstfestivals geben.
>
> mein tipp: club transmediale unpredictable
>
> das tagesprogramm!? - naja: die wiederkehr der wiederkehr - aber fuer eine
> neue generation ein schauplatz fuer notwendig inszenierte 
> strukturaufrechterhaltung im dienste des ´selbst´. also dann mal ran.
>
> cheers,
> fer

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