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Gesendet: Freitag, 05. April 2013 um 15:23 Uhr
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Betreff: Re: [WISS-ORG] Rückblick auf die Potsdamer Tagung/Test der Mailingliste
 
Liebe Frau Dahlberg,
 
ich glaube nicht, dass ich Sie missverstanden habe. Dass eine wissenschaftliche Erarbeitung der Inhalte von Wissensgebieten AUCH KO-Arbeit ist, bestreite ich ja gar nicht. Nur handelt es sich bei dieser Arbeit eben nicht um das, was ich zur internen Wissensorganisation zähle, sondern um eine VORARBEIT zur Dokumentenrecherche oder eventuell noch zu anderen Anwendungen. Aber eine Anwendung muss ja immer im Hintergrund stehen, denn wozu braucht man sonst Klassifikationssysteme?
 
 > Habe ich nicht in meiner Diskussionsbemerkung zu Ihrem Vortrag auf die
 > analytischen und synthetischen Merkmale von Begriffen hingewiesen, die Kant unterschieden hat.
 
Das haben Sie. Nur dieser Einwand zielt ins Leere, denn bei mir handelt es sich um einen AUSSAGENBASIERTEN Ansatz, in dem Begriffe keine Bedeutung haben. Das habe ich in meiner Langfassung im 4. Kapitel (Abhängigkeit von Aussage und Begriff) zu begründen versucht.
 
Das Folgende hat zwar nichts mit dem Thema zu tun, aber es kratzt an meiner Wissenschaftlerehre:
 
 > Denken Sie an die Psychologie und ihre Entwicklung, wie sich da nach ihrer
 > Entdeckung durch Dilthey so langsam die einzelnen Theorien hervorwagten.
 
Also die Psychologie hat nicht Dilthey entdeckt. Als Begründer der wissenschaftlichen Psychologie in Deutschland gilt Karl Philipp Moritz. Er hat von 1783 – 1793 die erste psychologische Zeitschrift Deutschlands herausgegeben, nämlich das Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Dann wäre da noch Wilhelm Wundt zu nennen, der weltweit das erste Institut der experimentellen Psychologie gegründet hat, und zwar in Leipzig. Er gilt überdies als Begründer der Psychologie als eigenständiger Wissenschaft. Dass Dilthey irgendeinen nennenswerten Einfluss auf die Psychologie gehabt hätte, ist mir nicht bekannt.
 
Viele Grüße
Peter Jaenecke

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