Da ich soeben sah, dass mein Zugang zu Wiss-Org nun wirklich
funktioniert, hier noch eine zweite Bemerkung meinerseits. 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

aus meiner Sicht ist es äußerst bemerkenswert, dass es schon in der
deutschen Sprache sehr schwierig zu sein scheint, noch miteinander
diskutieren zu können. Das gilt nicht nur für Frau Dahlberg und Herrn
Jaenecke, sondern auch für mich selbst, wobei ich nicht zu sagen vermag,
ob es an der fehlerhaften Terminologie bzw. Logik auf Senderseite,
Empfängerseite (also mir) oder in der Nachrichtenübertragung liegt. 

Am wahrscheinlichsten dürfte es aber an der Semiotik liegen. Denn sie
ist es ja, die die Verbindung zwischen Zeichen und ihren Gegenständen
(nicht nur Dingen) beschreibt, also die Begrifflichkeit in und um uns,
die wir in unserer Sprache syntaktisch benennen. 

„Semantik ist neben Syntaktik und Pragmatik Teil des Oberbegriffs
Semiotik, wobei Semantik ohne Syntaktik und Pragmatik weitgehend sinnlos
ist. C.W. Morris (Foundation of the theory of signs. Chicago. 1938), dem
wir die Unterscheidung von Semantik, Syntaktik und Pragmatik verdanken,
verstand unter Semantik „_the relations of signs to the objects to which
the signs are applicable_", unter Pragmatik „_the relation of signs to
interpreters_", während die Syntaktik beispielsweise in unserer Sprache
die Regeln festlegt, durch die unsere Worte miteinander verknüpft sind.
Die Parallele zur Informationstheorie, mit Sender (semantische
Festlegung), Übertragungskanal (Syntax der Sprache) und Empfänger
(pragmatische Entschlüsselung) ist natürlich nicht zufällig, sondern
zeigt, dass die Semiotik auf der Informationstheorie aufsetzt."
(Umstätter, W.: Zwischen Informationsflut und Wissenswachstum. S. 167
Simon Verl. F. Bibliothekswissen; 2009) 

Auf der selben Seite findet sich auch: „Zum Verständnis der Aussage:
„_information must not be confused with meaning_" (Shannon und Weaver)
ist die klare hierarchische Unterscheidung zwischen: Information,
Semiotik, Wissen, Bewusstsein notwendig. Sie alle bauen damit auf der
Informationstheorie auf, dürfen aber nicht einfach gleichgesetzt werden,
wie man es sogar in der Fachliteratur unzählige Male findet." 

Im Gegensatz zu zahlreichen laienhaften Äußerungen hat also Information
noch nichts mit der Bedeutung von Worten zu tun. Sie wird durch die
Semiotik festgelegt. Das geschieht sowohl bei Klassifiaktionen, bei
Thesauri und auch bei der neurologischen Vernetzung (Assoziation), je
nach RBeziehung, im Gehirn. 

Darum bin ich der Meinung, dass wir uns bezüglich der begrifflichen
Ebene zwischen der Informationstheorie und der Wissensorganisation
befinden. In Klassifikationen ebenso wie in semiotischen Thesauri,
lassen sich zunächst beliebig viele Konstrukte hypothetischer Art
erzeugen, die in ihren Hierarchien begriffliche Verwandtschaften
manifestieren, von denen aber erfahrungsgemäß nur sehr wenige als
tragfähige Theorie taugen. Sobald sich zeigt, dass ein Konstrukt
bewiesen (im Sinne von Beweis = Darlegung der Richtigkeit einer
Vorstellung - Wortverwandtschaft zu Wissen, weisen, vorhersehen), also
in Bezug zu unserer realen Welt, gut begründet werden kann, sprechen wir
erst von Wissen. 

Im Gegensatz zu zahlreichen Äußerungen in der Diskussion um das Semantic
Web, hat dies mit Wissen noch wenig zu tun. Wissen wird erst dadurch
erzeugt, dass wir Ereignisse vorhersehen (Wissen - videre ) können. So
wie die gesamte Informationstheorie nur auf Wahrscheinlichkeit basiert,
basier auch Wissen nur auf Wahrscheinlichkeit, je nachdem wie gut die
Begründugnen sind - bis hin zu fast 100 prozentiger Sicherheit. 

MfG 

Walther Umstätter 

Am 2013-05-22 22:24, schrieb [email protected]: 

> IC"-//W3C//DTD HTML 4.0 Transitional//EN" 
> "http://www.w3.org/TR/REC-html40/loose.dtd";> Lieber Herr Jaenecke,
> es ist erstaunlich, dass Sie etwas für einen verfehlten Ansatz halten, was 
> Sie garnicht kennen. Immerhin kenne ich inzwischen Ihren Ansatz bzgl. der 
> Deduktionen und sehe darin keine Möglichkeit, damit Wissensorganisation zu 
> betreiben. Bedenken Sie, dass wir bei der Gründung der ISKO nur eine andere 
> Benennung für Klassifikation suchten, weil wir uns von der Gesellschaft für 
> Klassifikation abgrenzen wollten. Diese aber hat daraufhin die WO noch zu 
> ihrem Namen hinzugenommen. Vielleicht haben Sie dort mehr Glück mit Ihrer 
> Auffassung von WO?
> Mit besten Grüßen, Ingetraut dahlberg 
> 
> "Peter Jaenecke" <[email protected]> schrieb: 
> 
>> Liebe Frau Dahlberg, 
>> 
>> bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich nicht mit einer Sache 
>> befassen möchte, die ich bereits im Ansatz für verfehlt halte und die 
>> überdies nichts mit dem Thema hier zu tun hat. 
>> 
>> Viele Grüße 
>> Peter Jaenecke

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