Lieber Herr Jaenecke,
Sie haben sich mit Ihrer anscheinenden Systematik einer Tabelle zur 
Systematisierung viel Arbeit gemacht.
Jedoch muß ich Ihnen sagen, dass man Objekte etc. aus Spalte 1 nicht 
asystematisieren kann, sie lassen sich  ordnen oder anordnen, aber eine 
Systematisierung geht nur über die Begriffe der Objekte oder von Sachverhalten, 
denn Wissen ist nur im Begriff und in Aussagen mit Hilfe von Begriffen. 
Begriffe sind entweder analysierbar oder können aus Merkmalen ihrer 
Bezugsgegenstandes gewonnen werden. Durch die Merkmale eines Begriffs (nicht 
etwa seinen Eigenschaften) sind Zusammenhänge zwischen Begriffen erkennbar und 
systemierbar. Das habe ich aber schon 1974 in meinem Buch "Grundlagen 
universaler Wissensordnung"  und in späteren Veröffentlichungen gesagt, 
zusammenfassend auch noch einmal in dem bereits kürzlich zitierten Vortrag in 
Konstanz..Auch Aussagen über Sachverhalte enthalten Begriffe, ihre 
Systematisierung muß die Inhalte (also Merkmale) ihrer Begriffe benutzen. 
Also: ohne die Begriffsinhalte zu kennen  ist keine Systematisierung möglich, 
daher die Bedeutung der Begriffsdefinitionen. 
Beste Grüße von Ingetraut Dahlberg

"Peter Jaenecke" <[email protected]> schrieb: 
Lieber Herr Ohly,

mit meinem Hinweis auf die interne Wissensorganisation wollte ich eigentlich 
nur meinen Vortrag an der richtigen Stelle „verorten“. Inzwischen hat das Thema 
eine gewisse Eigendynamik entwickelt, und um es sachgemäß zu behandeln, bedarf 
es einer Theorie der Wissensorganisation; die gibt es aber, soweit ich sehe, 
noch gar nicht, also drehen wir uns ein bisschen im Kreise. Insofern kommen 
auch Ihre Fragen

 > welche praktische Relevanz 'innere' vs. 'äußere' Wissensorganisation (oder
 > sollte es anders benannt, erklärt werden?) für die Wissensarbeit (was ist 
 > das?
 > in der Wissenschaft? in der Dokumentation? in..?) hat und/oder welche
 > Implikationen für die Theorie der Wissensorganisation daraus folgern.
 > Und wieso diese für die Arbeit wichtig ist.

zu früh. Allgemein würde ich antworten: Wichtig ist eine Klärung deshalb, weil 
es wichtig ist, sich darüber im Klaren zu sein, was man eigentlich tut.

In einer internen Diskussion stellte sich heraus, dass ‚Systematisierung‘ ein 
Schlüsselbegriff ist für den Anfang einer theoretischen Untersuchung. Ich habe 
deshalb als Theorieersatz im Anhang eine mit Anmerkungen versehene Tabelle von 
Systematisierungsbeispielen angefügt.

Wie schon aus den Fragezeichen ersichtlich, handelt es sich bei dieser Tabelle 
um eine ergänzungsbedürftige Skizze. Aber wie man aus den Lücken im 
Periodensystem die Existenz von noch unbekannten Elementen voraussagen konnte, 
so ist es vielleicht auch möglich, aus der Kennzeichnung der Spalten in der 
Tabelle die Fragezeichen zu eliminieren, Fehlendes zu ergänzen oder Fehler zu 
korrigieren. Auch sollte jeder, der mit einer Systematisierung befasst ist, in 
der Lage sein, sein Spezialgebiet, sofern es in der Tabelle noch fehlt, durch 
Hinzufügen einer weiteren Zeile einzubringen.

Änderungsvorschläge sind also willkommen.

Viele Grüße
Peter Jaenecke
 

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