Lieber Herr Jaenecke,
 
zunächst möchte ich Ihnen danken, dass Sie ein spezielles Thema der Potsdamer Tagung in eine weitere Diskussion eingebracht haben. Dass ich nicht weiter mehr reagiert habe, liegt daran, dass ich selbst wenig Zeit hatte und zudem die Diskussion nicht dominieren wollte.
 
Da ich aber intern von Heinrich Herre weiss, dass er 'diese Themen halte ich für wichtig' hält, und auch Herr Umstaätter anscheined mit Interesse reagieren wollte aber diese Stellungnahmen versandet waren, greife ich diese Frage nochmal auf.
 
Für mich stellt sich die Frage, welche praktische Relevanz 'ínnere' vs. 'außere' Wissensorganisation (oder sollte es anders benannt, erklärt werden?) für die Wissensarbeit (was ist das? in der Wissenschaft? in der Dokumentation? in..?) hat und/oder welche Implikationen für die Theorie der Wissenorganisation daraus folgern. Und wieso diese für die Arbeit wichtig ist.
 
Ansonsten füge ich in einer folgen Mail die Stellungnahmen von Walther Umstaetter, die ja wohl in wiss-org verloren gegangen sind, als Anlage an, in der Annahme, dass der Inhalt von breiterem Interesse ist. Schön wäre es natürlich, wenn jemand eine Zusammenfassung des Standes der Diskussion hier machen könnte. Ich selbst scheide dazu derzeit aus, da ich mich gerade auf einen Aufenthalt im Maghreb vorbereite, wo ich näher zur ISKO und zur Wissenorganisation allgemein Stellung nehmen soll.
 
Mit freundlichen Gruessen,
With kind regards,
Sincères salutations,
Con saludos cordiales,

H. Peter OHLY
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http://www.isko.org/people.html
Fax: 03212 - 1402705
 
 
Gesendet: Samstag, 06. April 2013 um 11:55 Uhr
Von: "Peter Jaenecke" <[email protected]>
An: [email protected]
Betreff: Re: [WISS-ORG] Rückblick auf die Po tsdamer Tagung/Test der Mailingliste
Bezug:
Gesendet: Freitag, 05. April 2013 um 15:23 Uhr
Von: [email protected]
An: [email protected]
Betreff: Re: [WISS-ORG] Rückblick auf die Potsdamer Tagung/Test der Mailingliste
 
Liebe Frau Dahlberg,
 
ich glaube nicht, dass ich Sie missverstanden habe. Dass eine wissenschaftliche Erarbeitung der Inhalte von Wissensgebieten AUCH KO-Arbeit ist, bestreite ich ja gar nicht. Nur handelt es sich bei dieser Arbeit eben nicht um das, was ich zur internen Wissensorganisation zähle, sondern um eine VORARBEIT zur Dokumentenrecherche oder eventuell noch zu anderen Anwendungen. Aber eine Anwendung muss ja immer im Hintergrund stehen, denn wozu braucht man sonst Klassifikationssysteme?
 
 > Habe ich nicht in meiner Diskussionsbemerkung zu Ihrem Vortrag auf die
 > analytischen und synthetischen Merkmale von Begriffen hingewiesen, die Kant unterschieden hat.
 
Das haben Sie. Nur dieser Einwand zielt ins Leere, denn bei mir handelt es sich um einen AUSSAGENBASIERTEN Ansatz, in dem Begriffe keine Bedeutung haben. Das habe ich in meiner Langfassung im 4. Kapitel (Abhängigkeit von Aussage und Begriff) zu begründen versucht.
 
Das Folgende hat zwar nichts mit dem Thema zu tun, aber es kratzt an meiner Wissenschaftlerehre:
 
 > Denken Sie an die Psychologie und ihre Entwicklung, wie sich da nach ihrer
 > Entdeckung durch Dilthey so langsam die einzelnen Theorien hervorwagten.
 
Also die Psychologie hat nicht Dilthey entdeckt. Als Begründer der wissenschaftlichen Psychologie in Deutschland gilt Karl Philipp Moritz. Er hat von 1783 – 1793 die erste psychologische Zeitschrift Deutschlands herausgegeben, nämlich das Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Dann wäre da noch Wilhelm Wundt zu nennen, der weltweit das erste Institut der experimentellen Psychologie gegründet hat, und zwar in Leipzig. Er gilt überdies als Begründer der Psychologie als eigenständiger Wissenschaft. Dass Dilthey irgendeinen nennenswerten Einfluss auf die Psychologie gehabt hätte, ist mir nicht bekannt.
 
Viele Grüße
Peter Jaenecke

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