Hallo Michael,

Michael Höhne schrieb:
> > Worum bitte soll es sonst gehen wenn es sich hierbei um die Gruppe
> > handelt die den Begriff "OpenSource", in dem Sinne wie wir ihn hier
> > verstehen, überhaupt erst geprägt hat?
> 
> Sorry, wenn ich dir hier widerspreche, aber sie haben nur _eine_ der 
> Auslegungen des Begriffs exakt definiert.

Nö, Du widersprichst mir nicht, ich bestreite das was Du hier sagst garnicht. 
Mir kams nur auf diese Allgemein-Feststellung garnicht an, sondern auf das Wort 
"geprägt" und das verwandte ich weil ich mehrfach im Thread (nicht von Dir) den 
Unterton hören konnte die OSI habe sich des Begriffes "OpenSource" bemächtigt 
und das ist i.d.S. einfach nicht wahr.
Mit dem Fokus mit dem wir hier den reinen Begriff "OpenSource" diskutieren ist 
der von der OSI bzw. von den damals beteiligten Personen wohl nicht einmal 
betrachtet worden, denn es ging ursprünglich viel weniger um einen 
'Definitionsbegriff' sondern um ein griffiges Wort fürs Marketing.

> Das bedeutet nicht, 
> dass dies 
> die einzige mögliche Definition ist.

Das stimmt. Und gleichzeitig ist genau hier das Problem für mich, denn es gibt 
ganz einfach nirgens jemanden der diese Möglichkeit tatsächlich mit Leben 
erfüllt. Und deswegen, und nicht etwa weil ich die OSI bevorzuge, billige ich 
der OSI derzeitig die Rolle zu die sie einnimmt.
Was ich meine ist:
es gibt allein bei Sorceforge zehntausende registrierte OpenSource-Projekte, wo 
finde ich denn unter denen (oder auch woanders) auch nur hundert Projekte die 
erklären würden das ihr Projekt ein "OpenSource-Projekt" ist UND(!) 
gleichzeitig ihre verwendete Lizenz trotzdem nicht der OSI-Definition genügt? 

> > Tut mir Leid, ich habe keine Ahnung was Du damit sagen willst, bzw.
> > wer was umdefiniert haben soll - die OSI, bzw. die Personen die sie
> > begründet haben, waren die eigentlichen Väter des Begriffes
> > "OpenSource" in dem Sinne in dem wir ihn verwenden...
> 
> Es gab und gibt aber Leute, die eine andere Definition verwenden, 
> nämlich die einfachere: Quelloffen. Die Belegung von "Open 
> Source" mit 
> den zusätzlichen Bedingungen halte auch ich für problematisch! Es 
> fordert ein wenig zum Widerspruch auf...  

Also ich halte die Belegung von "OpenSource" durchaus auch für problematisch, 
und Deine Begriffsauslegung würde mir durchaus gefallen, nur trotzdem muß ich 
doch anerkennen das eine Riesenmehrheit den Begriff im Sinne der OSI versteht.

Ich denke im Übrigen das wir, wenn wir uns über genaue Begrifflichkeiten 
unterhalten, den Begriff "quelloffen" ein Stück weit von "OpenSource" trennen 
sollten, da ich glaube es ist ein durchaus selbstständiger Begriff, der 
tatsächlich eher für das steht was Du gerne als "OpenSource" sehen würdest.

> Dann sollte man in Zukunft auch definitiv _immer_ "OpenSource 
> im Sinne 
> der OSI" schreiben. 

Also ich nicht, sonst lachen mich im IT-Umfeld alle aus - ich schreibe doch 
hier auch nicht 'OpenOffice.org ist im Sinne der OSI eine OpenSource 
Office-Suite' ;-) 

> Das "OpenSource" derartig weit gefasste 
> Zusatz-Eigenschaften erfüllen muss, kommt in dem Wort beim besten 
> willen nicht zum Ausdruck...

Da hast Du ganz Recht, nur scheint mir das reine Wort nicht soo relevant. 
Im Begriff "Textverarbeitung" kommt auch nirgens vor das es sich dabei im 
Eigentlichen um ein Fließtext-orientiertes Programm und nicht etwa um ein 
Layout-orientiertes Programm handelt, wobei gleichzeitig die Mehrzahl der 
'Normalnutzer' schwören wird das eine Textverarbeitung doch nur ein 
'Schreibprogramm' ist und sie garnicht wissen was fließtext- und 
layout-orientiert eigentlich zum Ausdruck bringen soll.



Das der Begriff "OpenSource" oftmals mißverstanden wird, ist/war mir klar, nur 
das es (jenseits des möglichen Begriffs-Mißverständnisses) ernsthafte Anhänger 
der Ansicht gibt das die Gültigkeit der Definition des Begriffes durch die OSI 
relevant in Zweifel steht, hat mich (hier im Thread insgesamt) doch überrascht.
Bitte hierbei die Adjektive "ernsthaft" und "relevant" beachten, denn ich 
bezweifele nicht im Geringsten das die Definition der OSI nur eine Mögliche ist 
und das die OSI nicht die 'Hoheit' auf den Begriff "OpenSource" besitzt - mir 
gehts in Konstanz allein um die Tatsache das in der Praxis die Definition der 
OSI überragende Zustimmung aller relevant Beteiligten genießt, so das die 
Definition der OSI (zum heutigen Zeitpunkt) der allgemein anerkannten Meinung 
entspricht ("allgemein anerkannt" steht hier für 'von breitester Mehrheit 
anerkannt' und _nicht_ für 'einzig existente Meinung')



Gruß
Jörg



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