Hallo,

Michael Höhne schrieb:

Ein simples Schreibprogramm kommt dagegen mit einer einigen Vorlage (Das Teil, das in Word und Writer "Standard" heißt) aus. Alles andere wird durch hartes Formatieren erledigt. Mit den bekannten Nachteilen: Eine automatische Erstellung von "Infrastruktur" wie Inhaltsverzeichnis o.ä. ist kaum möglich und eine nachträgliche Änderung der Erscheinungsbildes von bestimmten Texttypen bedeutet viel viel Arbeit...

Das ist aber hauptsächlich eine Frage der Arbeitsweise. Ich habe mal gelernt, dass man die Struktur eines Textes, also zum Beispiel Kapitel und deren Überschriften festlegt, bevor man anfängt zu schreiben. Die Gliederung und somit das Inhaltsverzeichnis entsteht also als erstes. Dann wird der Text ausformuliert. Zum Schluss, wenn alles fertig geschrieben ist, wird formatiert.

Bis zu diesem Punkt hat man keine (oder nur wenige) Nachteile, wenn man ohne Formatvorlagen und ohne Automatismen für ein Verzeichnis u.s.w. arbeitet.

Erst wenn man am eigentlich fertigen Dokument nochmal Änderungen vornehmen will, zum Beispiel die Schriftgröße für Überschriften ändern will, erst dann leidet man darunter, wenn man ohne Formatvorlagen gearbeitet hat. Es gibt aber Menschen, die sich vorher gut überlegen, was sie haben wollen, und daher sehr selten das Bedürfnis haben, das fertige Dokument nochmal in dieser Art zu ändern.

Ich selbst schätze und nutze gerne die Logik und die Funktionen moderner Textverarbeitungsprogramme mit Formatvorlagen und so weiter. Ich finde es dennoch falsch, dass die Leute, die eine andere Arbeitsweise haben und diese Möglichkeiten nicht brauchen und nicht nutzen, oft als Unwissende oder als Stümper dargestellt werden, zumindest aber als Leute angesehen werden, die die Software "falsch" benutzen.

Diese Leute nutzen das Programm professionell und für sich gewinnbringend und effizient, benötigen aber viele Funktionen gar nicht, die von Dir und mir als konzeptioneller Kern des Programms angesehen werden. Ein "einfaches Schreibprogramm" ist für sie trotzdem nicht ausreichend.

Das glaube ich! Höre ich auch oft genug... Aber es heißt dann auch: Ich möchte gerne ein Bild drehen, Kontrast/Helligkeit/Gammawert verstellen können...

Ja. Ich zum Beispiel will das.

Da es nun etliche gute Programme für den Zweck gibt, ist es doch durchaus berechtigt, auf diese zu verweisen.

Ich will aber beim Arbeiten nicht ständig das Programm wechseln müssen. Und ich will mein Bild nicht ständig zwischen OOo und einer anderen Anwendung hin und herkopieren.

Ich bin ein absolut überzeugter Vertreter der Philosopie: Besser für jeden Zweck ein geeignetes /kleines) Werkzeug, als eine eierlegende Wollmilchsau, die vorgibt, alles zu können.

Ich denke, OOo Writer hat den Anspruch ein gutes Programm zu sein, mit dem man (auch) bebilderte Textdokumente erstellen kann. Der Umgang mit Bildern (Scannen, Zuschneiden, Spiegeln, Drehen, Kontrast, Helligkeit, Gammawert) wäre demnach schon eine Kernfunktion des Programms, also etwas was eine reinrassige Kuh leisten können sollte, ohne dabei Eigenschaften anderer Tierarten mit übernehmen zu müssen.

Und da trennen sich wohl unsere Meinungen deutlich: Ich bin völlig begeistert gewesen, dass das Prinzip der Textauszeichnung im Writer so viel konsequenter umgesetzt ist, als z.B. bei Word. Mit der Einführung des Format-Pinsels unterstützt man aber gerade das "Hartformatieren", das ich von vielen Word-Nutzern kenne.

Ich verstehe nicht, warum der Pinsel von vielen so verteufelt wird. Der Pinsel ist kein Werkzeug der harten Formatierung. Er überträgt Formatvorlagen gleichermaßen wie hart zugewiesene Formate und verhindert oder behindert doch den konsequenten Einsatz von Formatvorlagen gar nicht. Ich verwende recht konsequent Formatvorlagen und für mich ist der Pinsel dennoch ein Gewinn.

Gruß

Stefan

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