Hi,

ich möchte noch einen Punkt hinzufügen, was gemeinhin unter "Support"
verstanden wird:
Die Verpflichtung des Herstellers, eine Ware der Produkt über einen
bestimmten Zeitraum zu "unterstützen", also den Käufer oder Nutzer
dahingegend in die Lage zu versetzen, dass er das Produkt über einen
bestimmten Zeitraum "nutzen" kann. Üblicherweise beträgt dieser Zeitraum
heute 10 Jahre - will heissen, ein Hersteller von einem Gerät muss über
diesen Zeitraum z.B. die Ersatzteillieferung sicherstellen.
Auf eine Software bedeutet das, der Hersteller muss dafür Sorge tragen,
dass das System notwendige Updates erhält (wenn z.B. Sicherheitslücken
nachträglich bekannt werden) bzw. das System entsprechend geänderten
Umgebungsbedingungen angepasst werden kann (denke da an das Jahr 2000
Problem ;-) ). Der Support muss übrigens nicht kostenfrei sein, sondern
nur die Möglichkeit bestehen.
Als Beispiel: MS stellt derzeit den Support für Win 98 ein (oder hat ihn
schon eingestellt). Die 10 Jahre sind nun auch vorbei - aber bis dahin
gab es nach wie vor Sicherheits-Updates für die Software.

Schauen wir auf OOo: Auch hier wird regelmäßig weitergearbeitet und es
kommen immer neue Releases mit allen bekannten Sicherheitsupdates auf
den Markt - das ist aber eben kein "Support", da eine ältere Version
nicht abgesichert wird, sondern eine neue Version installiert werden
muss - inklusiv aller nuene Features (und eventuell auch Problemen).

Das zum Beispiel ist im "echten" gewerblichen Betrieb ein großes
Problem. Hat man beispielsweise die Version 2.0.1 einmal stabil im
Unternehmen zum Laufen gebracht, so ist ein Umstellen auf die 2.0.3 gar
nicht so einfach - da gab es wieder Änderungen in der API, in der
Bedienung, neue Features hinzugekommen und so weiter. Für die 2.0.1 aber
gibt es keinen Support - also keine bsw. Sicherheitsupdates. Die sind
dann in der 2.0.3 eingebaut - nur, updaten möchte der Nutzer ja gar nicht...

Die Problematik ist ziemlich vielfältig, geht bis dahin, dass weder der
QA Prozess noch der mögliche Support den gängigen Normen entspricht
(oder hat die Community eine ISO 9001 Zertifizierung?), noch
entsprechende Protokolle etc aufbewart werden. Dass alles will ja ein
OpenSource Projekt auch gar nicht leisten - die Software ist, wie sie
ist, und jeder kann sie nutzen oder auch nicht. Das muss dann jeder
selbst entscheiden.

Das ist übrigens ein ziemlich wichtiges Thema in allen Gesprächen von
großen gewerblichen Anwendern - generell by OpenSource. Banken
beispielsweise mindern im Ratingverfahren die Score-Bewertung beim
Einsatz freier Software - eben genau aufgrund der fehlenden
Supportmöglichkeit und Sicherheiten. Und das wieder heisst: schlechtere
Kreditkonditionen und so weiter.
Hier ist noch vieles zu tun - in den nächsten Jahren :-)

Alles aber mindert nicht die Leistungen der Community - auch auf dem
Support-Sektor, also der Hilfe zur Selbsthilfe. Das ist toll :-)

Gruss
Thomas


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