... nochmal ich ;-)

Bernhard Dippold schrieb:
Hallo Stefan,

Danke für Deine Analyse - ich werde sie im internationalen Marketing
einbringen.

... ich wollte doch noch etwas weiter recherchieren, bevor ich das auf [EMAIL PROTECTED] poste.

Stefan Weigel schrieb:
Hallo Bernhard,

Bernhard Dippold schrieb:

*noch immer (oder wieder) enthält die o.g. Seite die unsachliche
Aussage das der Umstieg auf OOo 90% billiger sei als auf MS Office 2007.

Bitte nenne mir die Unstimmigkeiten dieser Studie, damit ich sie an
 John McCreesh und das internationale Marketing-Team weiterleiten kann.

So wie ich es sehe, gibt es keine solche Studie, zumindest nichts, was man unter diesem Begriff erwarten würde.

Anscheinend doch - aber das Ergebnis dieser Studie ist nicht so öffentlich zugänglich, wie wir uns das als OpenSource Projekt wünschen würden.

Die 90%-Aussage stammt aus einem Presseartikel aus der "Computerworld
 Singapore", der inzwischen bald eineinhalb Jahre alt ist. Der Faktor
10 im Unterschied der Migrationskosten wird da im Zusammenhang mit einer großen Behörde (Massachusetts) genannt. Der Artikel behauptet nicht, dass dieses spektakuläre Ergebnis typisch oder repräsentativ für andere Migrationsfälle sei.

Die 90% ergeben sich aus Berichten, die ein OpenSource-Dienstleister "untersucht" haben will und aus einer Einschätzung des "secretary of administration" von Massachusetts.

Der "secretary of administration" von Massachussetts ist der Staatssekretär im Finanzministerium (auch für öffentliche Verwaltung zuständig) - also in meinen Augen eine glaubwürdige Quelle. Er, damals Eric Kriss, hat in der erwähnten Präsentation klare Zahlen genannt, die er hat untersuchen lassen:

Die Migration auf MS Office 12 würde 50 Mio Dollar kosten, auf OOo 2.0 nur 5 Mio. Hier stammen die 90% her - und verschiedene Kommentatoren haben daraus geschlossen, dass eine solche Kosteneinsparung auch für andere ein Anreiz sein könnte.

Daneben ist die Quelle nicht überzeugend und lässt außer sehr oberflächlichen Aussagen keine Fakten erkennen.

Ich habe eine Mitschrift dieses Meetings gefunden, das die Aussage bestätigt:
http://www.tbray.org/ongoing/When/200x/2005/09/20/Fifty-Million-for-Office

Dort gibt es auch einen Link zu einer Audio-Version.

Auf dieser Aussage beruht der Artikel in der Computerworld Singapore, der in der GetLegal Kampagne verwendet wurde.

Dass Cybersource, "an open source service firm", das aufgreift und verallgemeinert "we have found public comments from independent parties", verwässert die Aussage des Staatssekretärs eher als sie zu stärken. Auch die Schlussfolgerung, dass diese Kostenersparnis als guter Grund für OOo angesehen werden kann, wenn eine Firma ihre Office Suite updaten muss, ist nicht wirklich verwunderlich.


Die Formulierung dazu auf http://why.openoffice.org/ erwähnt Fallstudien, die die 90% ergeben haben. Man sagt also: Es kann Fälle geben, wo das so ist.

Jetzt wissen wir: Es gibt eine Analyse des Finanzministeriums von Massachussetts (oder zumindest in deren Auftrag), die das berechnet hat.

Dass diese Studie auf den Beta-Versionen (bzw. prä-BETA) beider Softwarepakete beruht und vor 15 Monaten veröffentlicht wurde, ist sicherlich als Einschränkung zu sehen, irrelevant wird sie dafür mE aber nicht.

Dagegen sollte man aber darauf achten, eine direkte Übertragung auf andere Umsteiger zu vermeiden: Die Einsatzgebiete und Vorgaben sind einfach zu unterschiedlich.

Hier spricht die aktuelle why.OOo-Seite von Fallstudien, die eine solche Ersparnis aufzeigen - auch wenn nicht explizit von Einzelfällen gesprochen wird, so widerspricht in meinen Augen der Ausdruck "Case studies" einer allgemein gültigen Aussage.

Ich weiß nicht, ob es wirklich noch sinnvoll ist, im Nachhinein eine seit 2 Monaten aktive Seite mit glaubwürdigem Zitatgeber um das Wörtchen "may" erweitern zu lassen und dabei einen Prinzipienstreit über die Aggressivität des internationalen OOo Marketing vom Zaun zu brechen.

Wie seht Ihr das?

Herzlichen Gruß

Bernhard


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