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Ok, noch ein paar Gedanken meinerseits dazu:

Dass technikaffine Menschen eher Cloud als Wolke benutzen, ist klar. Man
neigt dazu, die "Originalbegriffe" zu verwenden. Aber ein, wie
eingeworfen, Nerd, wird auch nie von "privatem Online-Speicher"
sprechen, wenn er Cloud-Speicher meint. Ist die falsche Zielgruppe,
deshalb ist das ganze Argument nicht so toll.

Zudem sehe ich das Problem, wenn wir Cloud-Speicher mit "privatem
Online-Speicher" übersetzen, was machen wir mit Cloud-Computing?
"Verteiltes Rechnen von über das Internet vernetzten Rechnern"? Ok,
wahrscheinlich finden wir etwas anderes, aber der Zusammenhang zwischen
beiden geht halt verloren. Cloud-Speicher ist halt nicht einfach nur
online verfügbarer Speicher, sondern schon was anderes als Webspace.

Ich verstehe halt prinzipiell nicht, wo das Problem bei Wolke ist? Weil
es niemand nutzt? Weil es deutsch und damit komisch klingt? Weil niemand
weiß, was es ist? Ein Satz ders erklärt und fertig. Man kann Rechner
nicht nutzen, ohne sich ein wenig damit zu beschäftigen. Viele Menschen
wissen nicht, was ESP heißt, noch wie es funktioniert, trotzdem wissen
sie: Wenn mein Auto es hat, fährt es sicherer, weil es mein Auto
irgendwie am Schleudern hindert. Das hat man ihnen einmal erklärt und gut.

Ein weiterer, vielleicht eher pragmatische Vorteil von Wolke wäre: Es
erleichtert definitiv die Übersetzungsarbeit, da Cloud generell mit
Wolke übersetzt wird und der andere Teil auch. Reduziert
Einarbeitungsaufwand und verringert das Fehlerpotenzial, Cloud im
Kontext falsch zu übersetzen. Sicher kein Hammerargument, klar, aber
trotzdem.

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Mit freundlichen Grüßen
Daniel Schury

Am 09.05.2010 22:01, schrieb Hendrik Knackstedt:
> Ich kann dir da nur voll und ganz zustimmen. Für den Benutzer ist es
> doch eigentlich vollkommen egal, auf welche Weise seine Daten
> gespeichert werden. Wichtig ist für ihn nur, dass er weiß sie werden
> "online" aber von dem Zugriff anderer geschützt, also in einem
> "privaten" bzw. "persönlichen" Bereich gespeichert. Wenn ich mich näher
> für das Thema Cloud Computing interessiere oder wissen möchte, wie meine
> Daten gespeichert werden, dann kann ich mich z.B. bei Wikipedia darüber
> informieren. Und warum sollte ich ein neues Wort für etwas etablieren,
> was außer einem Symbol nicht wirklich viel mit der Funktion gemeinsam
> hat und für das es außerdem eine passendere deutsche Bezeichnung gibt.
> Ich bin nun wirklich nicht einer der Leute, der Anglizismen
> grundsätzlich ausschließen möchte, aber ich denke in diesem Fall würde
> eine wörtliche Übersetzung keinen Sinn ergeben.
> 
> Am Sonntag, den 09.05.2010, 20:51 +0200 schrieb Jan-Christoph Borchardt:
>> 2010/5/9 Daniel Schury <[email protected] <mailto:[email protected]>>:
>> >>> Aber wenn man jetzt irgendwo was von Cloud liest, wird man eher
>> >>> einen Bezug zu Wolke statt zu Speicher herstellen.
>> >>
>> >> Aber dafür muss man auch erstmal Cloud und Cloud Computing verstehen
>> >> und übersetzen können. Cloud Computing ist eben noch ein neueres
>> >> Konzept, und »Wolke« als Übersetzung gibt es eigentlich gar nicht.
>> > Dann wäre jetzt der Augenblick, es zu etablieren ;)
>>
>> Hoffentlich hast du das nicht ernst gemeint. ;)
>>
>>
>> >> Wolke allerdings ist sogar in der Englischen Version eine (imo
>> >> lächerliche) Bezeichnung. Das erinnert mich immer an die
>> >> drittklassigen Journalisten, die Berichte zu Cloud Computing mit
>> >> Bildern von Wolken anreichern, so dass Otto Normalverbraucher keine
>> >> Ahnung hat, worum es geht. ;)
>> > Naja, es heißt deshalb Cloud, weil das Symbol für Rechnerverbunde eine
>> > Wolke ist. Das hat nichts mit drittklassigem Journalismus zu tun,
>> > sondern ist so.
>>
>> Dass es da ein Symbol für gibt, wusste ich bis jetzt auch noch nicht.
>> Und Leute, die Ihren Rechner nur als Knecht benutzen, beschäftigen
>> sich mit sowas noch nicht einmal.
>>
>>
>> >> »Ihre persönliche Cloud« oder »Ihre persönliche Speicherwolke« ist
>> >> einfach viel zu viel Metapher, wo sie nicht hingehört. Metaphern
>> >> sollen helfen, Sachen einfacher zu verstehen. Diese ist unpassend.
>> > Gut, ist ne Meinung, die ich nicht teile. Aber das ist ja nicht schlimm :)
>> >
>> >> »Ihr persönlicher Online-Speicher« erklärt »Cloud Computing« und
>> >> umgeht die umständliche Metapher gleichzeitig.
>> > Hat aber nichts mehr mit der _Übersetzung_ von Cloud Computing zu tun.
>>
>> Stimmt, Computing war falsch. Ich meinte nur Online-Speicher (Cloud Storage).
>>
>>
>> Es geht nicht nur darum, die Sachen zu übersetzen, sondern sie
>> verständlich zu machen. Eine Wortneuschöpfung voranzutreiben, die
>> nicht einmal Computerleute benutzen, ist dafür nicht zuträglich. Auch
>> Deutsche Nerds sagen »Cloud«.
>>
>> Fragt eure Mütter: Die interessiert es weder, ob sich die Daten in
>> einer Wolke befinden noch ob das Konstrukt ein Rechnerverbund ist ?
>> die wollen einfach nur wissen, dass es online gespeichert ist. ;)
>>
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